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Dieses Märchen ist noch mal ein Rückblick auf mein diakonisches Praktikum im Kindergarten Kunterbunt in Kierspe. Es entstand durch Anregungen und Inspirationen von verschiedenen Personen. Die im... mehr

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Geschrieben von: Luca

Jetzt ist die zweite Woche im Wilhelm-Langemann-Haus auch schon um…

Die Zeit verfliegt sehr sehr schnell im DP. Aber man erlebt auch immer wieder Neues. Sei es, dass eine Bewohnerin sich wie ein kleines Mädchen freut und –samt Rollator- schnell herumrennt und quasi mit uns fangen spielt oder das man mit den Bewohnern einen Ausflug mit anschließendem Spaziergang macht wo viele sehr gut mitkommen und einigen schon die fünf Minuten Fußweg zu lang sind.
Man trifft auf eine kleine Welt voller Kontraste. Einerseits ist es so wie erwartet: Handys und moderne Technik werden von einigen Bewohnern verabscheut-dazu zählt natürlich nicht der eigene Fernseher- und im Gegensatz dazu gibt es Bewohner die sich auch für so etwas interessieren. Diese Erfahrung mache zumindest ich ab und zu in den Pausen, da ich sonst nur extrem selten mein Handy dabei habe. Man braucht das da einfach nicht. :D
Was noch immer krass ist, ist diese ständige Änderung der Wahrnehmung und der Wünsche von dementen Menschen. Es gibt zum Beispiel eine Bewohnerin die mich zu Anfang überhaupt nicht mochte oder zumindest gar nicht mit mir gesprochen hat und auch völlig desinteressiert wirkte… Ich habe sie auf einem Ausflug an meinem ersten Tag kennengelernt und auf jeden Fall sollte ich sie danach wegbringen und sie hat nur geschimpft das ich –oder die Jugend von heute- nichts wisse und hat mich dann auch noch durch sämtliche mir zu dem Zeitpunkt unbekannte Gänge gelotst und mich total bemuttert worauf ich mich einfach einlassen musste. Aber seitdem hat sie sich fast immer gefreut mich zu sehen auch wenn sie meinen Namen einfach nicht lernt. Aber nicht schlimm- ich kann auch noch nicht von jedem einzelnen Bewohner den Namen, weil ich nicht mit allen gleich viel zu tun habe. Mit den Rollstühlen komme ich mittlerweile deutlich besser klar und auch die Gesprächsanfänge fallen mir eindeutig leichter. Ich glaube fast, dass ich manch einen Bewohner mit seinen persönlichen Eigenheiten vermissen werde.
Neben all den schönen Erfahrungen gibt es aber auch traurigere. Zum Beispiel wenn ein Bewohner einem die Familiengeschichte oder Lebensgeschichte von sich erzählt und er oder sie anfängt zu weinen weil er einen schweren Verlust erlitten hat oder einfach ins Altenheim gesteckt und jetzt vergessen wurde… oder wenn Demente in ihren Gedanken noch immer im Krieg sind oder denken ihr verstorbener Mann müsse bald von der Arbeit kommen, was er ja aber nicht kann weil er tot ist.
Auch die Montage will man immer ungern erleben, weil man ja zwei Tage nicht dort war und mich bisher immer böse Überraschungen empfangen haben, also immer waren Bewohner denen es am Freitag noch total gut ging Montag auf einmal im Krankenhaus, was auch zeigt, dass quasi immer alles passieren kann.

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