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Es ist schon eine Woche im DP vergangen und an der Zeit ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen.

Erstens:
Der Beruf des Erziehers wird eindeutig unterschätzt! Sowohl was die Wichtigkeit... mehr

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Geschrieben von: kimiinga

Erste Eindrücke

So jetzt ist schon ein bisschen Zeit vergangen seit ich mein Praktikum in einem Heilpädagogischen Kindergarten begonnen habe. Der erste Tag war sehr schwer. Ich habe zuvor zwar schon viel mit Kindern gearbeitet. Ich habe schon eine Übernachtungsfeier für eine Konfigruppe mitgeplant, oder auch ein Treffen für Kinder mit Diabetes. Eine neue Erfahrung war es nun mit Kindern zu arbeiten, die geistig oder auch körperlich stark beeinträchtigt sind. Es ist wie ein Labyrinth, wenn man zu ihnen Zugang erlangen will. Ein Junge hat es mir deswegen besonders angetan. Am ersten Tag war er immer am schreien. Er wollte seinen Willen kriegen. Die anfängliche gute Laune seinerseits, aufgrund der Anwesenheit eines neuen Betreuers war verflogen, als er nicht mehr vom Obst naschen durfte, dass er nach Abnargen der Schale von sich weg schob. Er kann nicht sprechen, sieht sehr schlecht, und äußert sich nur über Gestiken und Lauten. So klatschte er oft zweimal in die Hand, was bedeut, dass er mehr möchte. Er bekam aber nicht mehr, weil er das Obst was noch essbar war, verweigerte, das er zuvor begonnen hatte zu essen. So fing er an zu weinen zu schreien, und mich zu kratzen und schlagen. Es war alles so ungerecht. Und das gleiche Bild beim Mittagessen. Es gab Melone zum Nachtisch. Als der Junge fertig war mit dem Essen, wollte er Melone essen. Die gab es aber erst, wenn alle fertig waren. So schrie er wieder, und wollte den Tisch umschmeißen, und verdammt der Kerl hat Kraft. Einen Tisch an dem sechs Leute sitzen können, hob er immer wieder an, und ließ ihn auf den Boden knallen. Ich legte meine Hand auf den Tisch, so dass es schwer wurde, den Tisch anzuheben. So war der erste Tag dann irgendwann zu Ende, und ich war froh nach Hause zu kommen. Ich schlief drei Stunden, und unterbrach meinen Schlaf für das Abendessen. Legte mich dann aber wieder ins Bett und schlief weitere acht Stunden. Der nächste Tag begann ähnlich. Ich hatte es mir aber zur Aufgabe gemacht den Jungen kennenzulernen. Ich habe herausgefunden, wenn man ihn nachmacht, fängt er an zu lachen. So machte ich ihn nach, wenn es so schien, als würde die Laune kippen. Es hielf nicht immer. So erforschte ich sein Verhalten in den weiteren Tagen. Jetzt weiß ich, dass er gerne auf meinen Arm kommt, tiefen Gesang liebt und sich fast tot lacht, wenn man ihm über den Bauch mit dem Mund bläst, so dass Furzgeräusche entstehen. Er ist total anhänglich geworden. Ich glaube ich habe einen neuen Kumpel. Ich lege mich jetzt immer abends ins Bett mit der Freude morgen wieder die ganzen tollen Menschen um mich zu haben.

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