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Geschrieben von: Sarah Gersti

Erfahrungsbericht Nursery and Primary School, Tanzania

Juli bis Oktober 2014 habe ich in Dar Es Salaam, der größten Stadt Tansanias (Ostafrika) verbringen dürfen.
Ich wohnte in einer Gastfamilie, die super ist! Etwas besseres hätte mir nicht passieren können. Mit 3 Gastgeschwistern war ich die Erstgeborende, wie mich mein Gastvater oft Freunden vorstellte. Ich konnte so das echte tansanische Alltags- und Familienleben kennenlernen. Der tollen Sprache Kiswahili kann man so schnell nah kommen. Da in Tansania die Familien in der Regel sehr groß sind, ist ständig Besuch von der Verwandtschaft da, was einfach toll ist. Desto mehr Menschen man kennenlernen darf, umso besser.

Die Arbeit in der Schule
Montag bis Freitag arbeitete ich von 8-15 Uhr in einer kleinen, privaten Grundschule (Alter: 3-9 Jahre). Ich war meist bei den älteren Schülern da ich mich mit ihnen recht gut auf Englisch verständigen konnte. Zwar hat jede Klasse einen Lehrer, doch beispielsweise „meine Klasse“ war manchmal für einige Zeiten unbesetzt und so sollte ich einspringen. Die Aufgaben entstehen meist spontan und so muss man sehr flexibel und unvorbereitet helfen können. Etwas zu tun gibt es jedoch fast immer.
Die Schule hatte grade 2 Computer angeschafft, so konnte ich viel in dem Bereich mitanpacken; Exame erstellen, beaufsichtigen, korrigieren. Haus-und Klassenarbeiten korriegieren, den Lehrer unterstüzten, den Schülern bei schwierigen Aufgaben helfen und ermutigen und mit ihnen in den Pausen spielen. Ab und an habe ich in den Fächern Englisch, PDS, Science und ICT unterrichtet. Die Lehrer sind alle wirklich super nett.
Der Umgang mit den Schülern stellte an manchen Tagen wirklich eine große Herausforderung dar, denn es werden auf ganz andere Erziehungsmaßnahmen gehört als wir es kennen. Die schulische Erziehung basiert meist auf dem Gebrauch vom Rohrstock, und da ich ihn nicht verwendete tanzten einem die Kinder gerne auf der Nase rum. Trotz des Versuches verschiedener anderere Sanktionsmöglichkeiten, wurde ich wohl bis zuletzt nicht als Lehrerin respektiert. Doch vielleicht als eine Art Oma oder so, denn die Kinder mochten mich und kamen mit ihren Problemen immer zu mir und wollten, dass ich ihnen helfe, zuhöre oder wir spielen.
Und doch: Kinder sind wohl überall gleich. Sie können stur sein, anstrengend aber vorallem wachsen sie einem ins Herz.

Kultur und Freizeit
Die wunderschönen Strände Sansibars, Morogoros Berge und Arusha u.a. mit dem Ngorogoro Crater standen auf meiner Reiseliste. Alles wundervolle Reisen! Landschaften wie ich sie noch nie gesehen habe.
Doch die meiste freie Zeit habe ich mit tansanianischen Freunden und der Familie verbracht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Land gibt, das gastfreundlichere und herzlichere Menschen hat. Man wird immer und überall willkommen geheißen und kann leicht Kontakte schließen.

In meiner Zeit in Tansania durfte ich viel erleben, lernen, ausprobieren und mich austauschen. Offenheit und Respekt vor einfach jedem sind wohl der Schlüssel dazu. Es gibt viele gute Projekte, wo man mit anpacken kann, auch außerhalb der zugeteilen Arbeitsstelle durch etwas Eigeninitiative. Noch bis heute von Deutschland aus, kooperiere ich mit einem tanzanianischen Kollegen, der eine Schule aufbaut.
Hier habe ich erstmal gesehen was Kreativität bedeutet, denn es scheint mir, als fänden die Tansanianer immer eine Lösung für jedes Problem (was garnicht erst als solches wahrgenommen wird). Geht nicht, gibts nicht!

Fazit
Ich kann einen Freiwilligendienst in Tansania zu 100% denen empfehlen, die das wirklich wollen. Wer sich dafür entscheidet, muss sich aber im Klaren darüber sein, dass bei dem Freiwilligendienst die Arbeit an erster Stelle stehen muss, das heißt man ist weder auf reinem Party- noch Touristenurlaub. Außerdem empfele ich jedem unbedingt bei einer Gastfamilie zu wohnen.

Leider entpuppen sich viele Entsendeorganisationen als reine Reiseveranstalter mit dem Schein etwas bewegen zu wollen.  Ich werde nicht nocheinmal mit einer Organisation reisen, und wenn, dann nur mit einer kleinen, privaten die man vorher kennenlernt.

Die Zeit in Tansania war bisher das Beste was ich erleben durfte und ich bin mir sicher, dass ich bald zurückkehren werde.

 

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