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Mein Praktikum habe ich in meinem ehemaligen Kindergarten, dem Kunterbunt in Kierspe gemacht und auch wenn morgen schon der letzte Tag des diakonischen Praktikums ist,... mehr

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Geschrieben von: Tom B.

Die Zeit verfliegt...

Ich kann kaum glauben, dass heute schon mein 8. Arbeitstag war. Die Zeit vergeht hier so schnell, was echt schade ist.       Hier eine kurze Zusammenfassung der ersten Tage auf einer Station der Kinder- und Jugendklinik des Epilepsiezentrums Kork:

Zunächst dachte ich, ich bekomme am ersten Tag eine Einführung, und habe mir gedacht, dass ich wahrscheinlich noch nich viel tun würde. Doch dem war nicht so. Nachdem die formalen Dinge bei der Pflegedirekion abgeschlossen waren, wurde ich auf die Station geführt. Da die ,,Kleiderkammer´´ umzieht, musste ich mir erstmal bei einer Kollegin die Klinikkleidung ausleihen. Doch dann ging es auch schon los. Zunaächst wurden die Kinder, die noch im Bett waren, herausgeholt und zum Frühstück gebracht. Einige Kinder mussten zur Schule, welches das Gebäude neben der Klinik ist. Dort ging ich mit, damit ich in Zukunft wusste, wo sie hin müssen. Wieder zurück in der Klinik wurden die Betten bezogen und es wurde sauber gemacht. Zwischendurch mussten Patienten noch zum EEG oder EKG. Die Kinder, die in der Schule waren, mussten natürlich auch abgeholt werden. Beim Mittagessen half ich denen, die es nicht alleine schaffen. Nicht alle Paienten sind soweit eingeschränkt, das sie dies nicht mehr alleine können. Nach dem Mittagessen wurden einige wieder ins Bett gebracht für einen Mittagsschlaf. Um 13 Uhr kommt die Spätschicht und es gibt eine Übergabe. Die Frühschicht informiert die Spätschicht über das, was noch gemacht werden muss, was vorgefallen ist usw. Während dieser Zeit habe ich mich mit den Kindern beschäfigt. Ich habe mit ihnen gemalt, gepuzzelt, Karten gespielt oder auch einfach nur geredet. Am Anfang konnte ich mir nur einzelne Namen merken und es war manchmal schwierig zu verstehen, was einzelne wollten, da sie mich auf ihre Weise darauf hingewiesen haben. Dies ist natürlich für mich schwer gewesen, denn ich kannte sie nicht. Hielt jemand im Rollsthl die Arme hoch, wusste ich nicht was ich tun sollte. Heute weiß ich, dass dieser Patient auf die Couch gehoben werden will, um dort zu schlafen oder sich auszuruhen. Die Patienten sind zwischen 13 und 21 Jahre alt. Manche schafft man nur zu zweit auf ein Bett oder ähnliches zu heben. Eine Routine hat sich bis jetzt noch nicht entwickelt, und wird sich auch nicht. Die Patienten bleiben im Durchschnitt 3-4 Wochen. Es gibt Tage an denen viel zu tun ist und man ständig hin und her läuft und andere Tage sind ruhig, da viele Kinder in der Schule sind und andere bei Therapien oder der Krankengymnastik. Inzwischen bin ich auch bei der Übergabe dabei. Die Kollegen sind alle super nett und ich verstehe mich mit allen gut. Zwei haben mich auch schon gelobt und mir gesagt, dass ich das wirklich gut mache und manche nichtmal in ihrer Ausbildung so sind. Sowas tut unheimlich gut. 

Inzwischen weiß ich, wie ich mit den einzelnen Patienten umgehen muss. Sie sind alle sehr unterschiedlich. Ein Junge ist unglaublich niedlich. Er sitzt im Rollstuhl und kann nicht viel sagen. Meist sind es die gleichen Sachen. Doch auch nach dem x-ten mal bin ich nicht genervt. Im Gegenteil. Ich freu mich wenn er redet, auch wenn er immer fragt, wie ich heiße und dann anschließend seinen Namen sagt. Heute hat es mich richtig gefreut zu sehen, dass er von alleine aus seinem Rollstuhl auf das Sofa gegangen ist. Oder das er sich bei mir bedankt hat, dass ich ihm geholfen habe. Ein Danke habe ich von ihm in der ganzen Zeit noch nie gehört. Auch hätte ich nicht gedacht, dass er so gut UNO spielen kann. Es ist total schön mit den Patienten etwas zu unternehmen, wie zum Beispiel in ein Geschäft zu gehen und zu sehen, dass sie sich freuen. Mittlerweile erkenne ich, wenn jemand schlechte Laune hat, oder total gut drauf it. Selbst wenn der jenige nicht reden kann. Ich freue mich zu sehen, dass jemand Fortschritte macht. Traurig ist es, wenn Patienten die Klinik verlassen, die man lieb gewonnen hat. Doch man muss aufpassen, wie weit man sie an sich ranlässt. Die Grenze zwischen Patient und Mitarbeiter darf trotz alledem nicht verschwinden. Einen Patienten musste ich schon oft ermahnen, weil er mich kratzte, kniff oder tritt. Er ist ein ziemlicher Sturkopf wenn er mit dem Spielen (meistens puzzeln) aufhören muss. Trotz alledem hab ich ihn gern. Traurig ist anzusehen, wenn Eltern ihre Kinder nicht besuchen, und diese ständig von zuhause reden.

Die Arbeit macht mir von Tag zu Tag mehr Spaß, und ich könnte mir sehr gut vorstellen, später einmal etwas in dieser Richtung beruflich zu machen. 

Bis die Tage,                                                                                                                                                                                                Melissa

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