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Jetzt ist es schon 3 Wochen her, dass wir mit unserem DP angefangen haben und am Ende ist es schade, dass es vorbei ist!!!

Nicht nur weil es viel Interessantes zu lernen und zu sehen gab,... mehr

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Geschrieben von: pascal O.

Das Märchen von dem Riesen und den 45 Zwergen (Extra)

Dieses Märchen ist noch mal ein Rückblick auf mein diakonisches Praktikum im Kindergarten Kunterbunt in Kierspe. Es entstand durch Anregungen und Inspirationen von verschiedenen Personen. Die im Märchen vorkommenden Personen sind zwar frei erfunden, Ähnlichkeiten mit Kindergartenkindern sind jedoch durchaus möglich und erwünscht.

 

Das Märchen von dem Riesen und den 45 Zwergen

 

Es war einmal ein Junge. Dieser Junge ging jeden Tag fröhlich in den Kindergarten. Er mochte den Kindergarten. Er liebte es in der Bauecke zu bauen, zu malen, zu spielen und ab und zu die Erzieherinnen zu ärgern. So lebte der Junge viele Jahre glücklich in diesem Kindergarten und eines Tages brach sein letzter Tag an. Als Vorschulkind war der Junge nun einer der größten und er war traurig den Kindergarten verlassen zu müssen.

Doch an seinem letzten Tag im Kindergarten, als er grade sein Fach zum letzten Mal leer geräumt hatte, da erschien plötzlich der Zauberer Nikitarus vor ihm. Der Junge erschrak. Der Zauberer streckte seine Hand aus und rief: „Duuu bist ein Rrriese!“ Dabei rollte er das „r“ und wiederholte noch einmal seinen Zauberspruch. „Duu bist ein Rrriese!“. Auf einmal wurde es dem Jungen ganz schwarz vor Augen. Er wankte und hörte gerade noch Christa die Kinder zum letzten Stuhlkreis rufen als er in einen tiefen Schlaf fiel. In diesem Schlaf hatte er ganz wirre Träume. Er träumte er würde in eine Schule gehen. 3 Jahre lang. Und dann würde er in eine andere Schule gehen. Er träumte von Polynomendivision und Erwartungshorizonten, von Nucleotiden und if-clauses. Und nach 7 Jahren auf dieser anderen Schule, die so viel größer war als der Kindergarten. Da hörten seine Träume auf. Ganz sanft wurde es wieder ruhig und langsam öffnete der Junge die Augen.

Er hatte 10 Jahre geschlafen und wunderte sich als er plötzlich in Gabis Büro aufwachte. Etwas benommen hörte er zu, wie Gabi etwas von einem Diakonischen Praktikum und irgendwelchen Arbeitszeiten erzählte. Dann öffnete sie die Tür. Noch leicht benebelt verließ der Junge den Raum und befand sich wieder in seinem alten Kindergarten. Verwundert blickte er sich um. Er hatte doch geträumt, er wäre in der Schule. Er ging zu seinem alten Haken mit dem Krokodil. Doch das Krokodil war verschwunden. Überhaupt waren einige Dinge anders. Das Frühstück war nicht mehr in der Bärenhöhle sondern in einem neuen Raum, da wo früher das Bällebad gestanden hatte. Und überhaupt war alles so klein geworden. Er wollte gerade eine der neuen Erzieherinnen (die wie er später erfuhr Yassemin hieß) fragen, als plötzlich der Zauberer Nikitarus vor ihm erschien. Er hatte sich in die Gestalt eines kleinen Jungen verwandelt, so als würde hier in den Kindergarten gehen. Er streckte seine Hand aus und wiederholte den Spruch den er schon vor Jahren zu ihm gesagt hatte: „Duuu bist ein Rrriese!“. Da auf einmal wurde es dem Jungen klar. Es war gar nicht alles kleiner geworden, er war größer geworden. er fühlte sich auf einmal wie ein riesiges Trampeltier. Nikitarus musste ihn in einen Riesen verzaubert haben. Da fing der Junge, der von da an nur noch der Riese hieß, ganz bitterlich an zu weinen. Er weinte, weil er jetzt so ein Riese war und gar nicht wusste was er denn jetzt tun solle. Da nahm ihn plötzlich ein Junge namens King Julien an der Hand:

„Tuck mal!“ Er zog den Jungen an einen Tisch im Eulennest und begann mit ihm zu spielen. Und im Laufe des Tages und der folgenden Woche kamen immer mehr Zwerge dazu. Da waren zum Beispiel der Svenzwerg, der immer mit der Zunge schnalzte, oder die Zwergenfürstin Josianna und der Meister des Himmels und des Steinerollens. Und es wurden immer mehr Kinder, die der Riese kennen lernte. Die Zwergin Hannah die mit dem Riesen immer einen Kuchen backen wollte, oder Zwergenkäpitän Laurinus, der mit seiner kräftigen Stimme schon von weitem zu hören war. 45 Zwerge waren es insgesamt und der Riese hatte zunächst große Probleme die Namen der Zwerge zu behalten.

So vergingen die ersten Tage. Und eines Tages fragte ihn die schöne Prinzessin Leylana: „Malst du mir ein Pferd?“ Der Riese zögerte:

„Nun ich weiß ein Pferd,

ist grad bei Mädchen sehr begehrt.

Doch es die Sache etwas erschwert

dass ich nicht wirklich geübt bin im malen

es bereitet mir jetzt auch keine großen Qualen.

Nee, aber irgendwie nicht!“

Leylana machte ein traurig Gesicht.

„Aber ich kann es ja mal versuchen“,

meinte der Riese. „Backst du mit mir nen Kuchen?“

fragte Hannah.

„Nein“, sagte der Riese „ich mal jetzt ein Pferd“

er zog den Stift als wär's ein Schwert.

Nur glückte das Kunstwerk nicht so ganz

Wer beginnt auch mit dem Schwanz.

Am Ende war's Pferd nicht ganz gesund,

es ähnelte eher einem Hund.

„Boah, das will ich auch“, sagten die anderen Zwerge,

dem Riesen standen die Haare zu Berge.

Zwergenbaron von Jannickstein,

bekam stattdessen ein Pferdeschwein.

Doch auch dieses Bild war ihm nicht zu gönnen,

für den Riesen kam Kunst halt nicht von können.

 

Und dann musste der Riese auch lesen. Immer wieder. Er las vor das dies kein Tag für Juli war. Immer und immer wieder war es kein Tag für Juli.

Und Mama Muh

immerzu Mama Muh

nie ließen die Kinder Ruh

er las Mama Muh

die ihren Stall auf räumte.

Er las Mama Muh die davon träumte

schaukeln zu dürfen.

Und dann las er vor wie sie schaukelte immer wieder

Hin und her Hin und her

die Kinder schrien lauthals jäh

Her und Hin Her und Hin

die Kinder hatten nichts andres im Sinn

und Mama Muh schaukelte

und räumte auf

doch der Riese nahm es in Kauf.

Und wollte er es einmal wagen

das Backbuch in die Hand zu nehmen

begann ihn Hannah nach dem Kuchen zu fragen

so musste er sich mit Sandkuchen bequemen.

 

Doch langsam wurde der Riese heimisch,

setzte sich an kleine Tisch als wär's sein Schreibtisch.

Er malte halbwegs gute Pferde

und grün blau gestreifte Erde.

Überhaupt machte er vieles was früher er schon tat,

er versteckte die Kinder im Bällebad.

Er baute die größten Türme und längsten Höhlen und Labyrinthe,

er schreib mit dem Buntstift als wäre es Tinte.

Er baute 'ne Rennbahn,

ein Vogelnest

und die Kinder die riefen: You simply the best.

Das freute den Riesen, auch als er sah

was mit seinen Ideen geschah.

Mit seinen alten Ideen und Contenance

schuff er eine kleine Renaissance.

Doch am besten sollte für die Kinder gelingen,

die olympischen Spiele – Skispringen.

Die Kinder sprangen von Matten herunter

möglichst weit und fast immer munter.

Der Beste bekam eine Urkunde

und war danach in aller Munde.

Einen Sieger gab es, der kam öfter vor,

neben Baron Jannik, war das Fürst von Noah.

 

Und auch draußen half kein Flennen

da musst er bauen, spielen rennen

beim Fußball zauberte er zwar rum

doch rannte auch mal ein Zwerglein um.

 

Und an der Schaukel die er schubste,

ein Zwerg in immerzu an stupste.

Und immer kam, jede Wette

Sing noch mal das mit der Toilette.

Gemeint war ein Lied von Bodo Wartke,

mit dem sich der Riese erst etwas plagte.

Dann jedoch wurde es immer mehr prima

egal ob beim Regen oder Bettina.

Eine Strophe die man jedoch – wäre man dabei gewesen – immer gehört hätte

war die Strophe mit der Toilette.

Ich zitier den Bodo aus Berlin,

es soll als kleine Werbung dien':

 

Wenn ich auch sonst ein ziemlich schlimmer Finger bin

beim Pipimachen setze ich mich immer hin – immerhin

doch kommt es vor das mein Mobiltelefon

mir aus der Hosentasche rutscht und man ahnt es schon:

Das sind Probleme die ich früher noch nicht hatte

ob mir wohl mein Anbieter mein Handy erstattet?

Früher hatt es so ein Problem in meinem Leben nicht gegeben.

 

Doch manchmal war es auch dunkel über dem Kindergarten.

Nämlich dann wenn sich die Wolken verzogen und ein Sturm aufbrauste.

Wenn sich zwei Kinder plötzlich hauten

oder etwas woran man lange gearbeitet hatte einfach kaputt machten.

Wenn sie nicht auf einen hören wollten

oder es einfach viel zu laut war.

Dann wünschte sich der Riese zwischen all den Zwergen wieder zurück in seinen Traum.

Dort ging er in die Schule und es war so vieles anders.

Doch dann sah er wieder wie fröhlich diese Zwerge waren und mit welchen Gesichtern die Leute in seinem Traum immer in die Schule gingen. Und da wurde der Riese wieder froh, dass er hier war und wenn ihm die Zwergin Lea dann noch liebevoll seine große Riesenhand mit ihren kleinen Zwergenhänden streichelte, dann verzogen sich die Wolken und die Sonne strahlte den Kindergarten in eine kunterbuntes Licht.

 

Und eines Tages kam der Tag an dem der Riese gehen musste. Der Zauber von Nikitarus verlor seine Wirkung und der Riese musste zusammen mit dem anderen Riesen Tom in die Schule, von der er ja schon geträumt hatte. So verabschiedete sich der Riese von all den netten Erzieherinnen und Zwergen, die ihm sogar noch ein kleines Geschenk machten. Der Riese war sehr gerührt. Da Zauberer Nikitarus schwang seinen Zauberstab und im nächsten Moment war er in der Schule und nahm grade sein Zeugnis entgegen.

 

Und im Sinne von Theodor Fontane möchte ich das Märchen nun auch beenden:

 

 

Der Riese im kunterbunten Land (frei nach Herr Ribbeck auf Ribbeck im Havelland)

 

Der Riese im kunterbunten Land

sich plötzlich wiederfand als Praktikant.

Und kam des Morgens die Hinbringzeit

und Kinderaugen leuchteten weit und breit.

Das stopfte wenns 8 Uhr vom Turme scholl

der Riese mit Helm sich sein Fahrrad voll.

Und kam ein Junge so rief er:

He Jung, wer wird bester Skispringer?

Und kam ein Mädchen so rief er:

Lüdd dern, komm man ruiver ick mal dir ein Pferd.

 

So ging es viere Wochen bis lobesan

das Ende seines Praktikums kam.

Er fühlte das Ende es war Morgenszeit,

wieder leuchteten Kinderaugen weit und breit.

Da sagte der Riese: Ich gehe nun ab,

habt noch viel Spaß ich hab ihn gehabt.

 

Und tags darauf aus dem Kunterbunthaus

fuhr der Riese für immer nach Haus.

Und die Erzieherinnen mit Trauergesicht,

fragte, warum kann er bleiben nicht?

Und die Kinder klagten das Herze schwer

er ist weg nun, wer singt beim Schaukeln jetzt Lieder

So klagten die Kinder das war nicht recht

ach sie kannten die alten Erzieherinnen schlecht.

Während der Riese mit Tom sich nun bald wieder plagt,

in der Schule mit Mathe sicher verwahrt.

Machten die alten vorahnend schon,

mit ihrem Talent die Kinder jetzt froh.

Und mit diesem Märchen gab er ab

wie ein Birnbaum über dem Grab.

Und vielleicht werden die Kinder bald flüstern wenn die neuen kommen

He du, sollen wir Skispringen

Oder sie werden sagen:

Soll ich das Lied von der Toilette dir singen.

Uns so spendet der Segen vielleicht immer noch Hand

des Riesen im kunterbunten Zwergenland.

 

ENDE

 

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